Archiv 2008
  Donnerstag, 31. Januar 2008, 19.30 Uhr
MUSEUM OTTO SCHÄFER, Judithstr. 16, 97422 Schweinfurt
  Poetische Anverwandlung – Rückert und sein ungeliebter „Tristan“

Vortrag von Dr. Martin Schuhmann (Frankfurt a. Main.)
Eine Veranstaltung der Rückert-Gesellschaft e. V. in Zusammenarbeit
mit dem Museum Otto Schäfer und der Volkshochschule Schweinfurt


Eintritt 3,00 € (Mitglieder 2,00 €)

Friedrich Rückert (1788-1866), der große Dichter und Übersetzer, hat sich auch mit dem deutschen Mittelalter beschäftigt. Ein Ergebnis dieser Beschäftigung ist eine kurze Dichtung, die vom mittelalterlichen Tristan-Roman ausgeht und einen kurzen Abschnitt aus Tristans Jugend wiederaufgreift und ganz neu erzählt. Tristan, der wegen seiner außerordentlichen Fähigkeiten und seiner großen Schönheit entführt wurde, findet sich allein und verzweifelt in einem fremden Land wieder – und schafft es durch seine Gewandtheit und sein höfisches Wissen, an einem fremden Hof aufgenommen zu werden.
Die Forschung hat dieses Werk Rückerts bislang nicht sonderlich beachtet, und auch Rückert scheint es mit gemischten Gefühlen zu betrachten, wenn er den von fremder Hand gegebnen Titel „Jung-Tristan“ als einen „empfindliche[n] Misston für ein durchaus nicht mittelalterndes Gedicht“ betrachtet. Mit dem Mittelalter will Rückert also nicht recht etwas zu tun haben – und tatsächlich hat er in seiner Fassung des Stoffs fast alles verändert, was die besondere Qualität der Vorlage ausmacht: Jeder Hinweis auf die grenzenüberschreitende und gesellschaftsgefährdende Liebe von Tristan und Isolde ist getilgt, und die Skrupellosigkeit, die die außergewöhnlichen Hauptfiguren bei Gottfried von Straßburg (gest. um 1215) auszeichnet, hat Rückert ganz in ihr Gegenteil verkehrt.
Der Vortrag will von diesen Veränderungen ausgehen und eine kleine Poetik der rückertschen Nacherzählung und der Vorlage von Gottfried von Straßburg entwickeln – und er will zeigen, was moderne Leser von Rückert und Gottfried lernen können: Dass gute Literatur immer fesselt, gleich, ob sie um das Jahr 1210 um das Jahr 1850, oder im Jahr 2008 geschrieben wurde.

Biographisches
Dr. phil. des. Martin Schuhmann wurde 1971 in Schweinfurt geboren, wuchs in Gochsheim auf und entschloss sich nach kaufmännischer Lehre bei Fichtel und Sachs und einem Betriebswirtschaftsstudium in Würzburg noch einmal Germanistik mit dem Schwerpunkt „Deutsche Literatur um 1200“ zu studieren. 2007 schloss Schuhmann eine Doktorarbeit zum Thema „Figurenrede bei Wolfram von Eschenbach“ ab; seit 2007 ist er Akademischer Leiter der Studierenden-Beratungsstelle am Fachbereich „Neuere Philologien“ der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
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  Freitag, 29. Februar 2008, 19.30 Uhr
Interkulturelles Begegnungszentrum für Frauen e.V., Obere Straße 14, 97421 Schweinfurt
  Östliche Rosenblätter - Klassische persische Kammermusik und Lyrik von Hafez und Rückert

Konzert mit Lesung
von
Arvin Mahfam (Frankfurt a. Main), Mir Essmail Sadaghi-Assa (Köln)
und
Svea Geske (Weimar)
Eine Veranstaltung der Rückert-Gesellschaft e.V. in Zusammenarbeit
mit dem Interkulturellen Begegnungszentrum für Frauen e.V.

Eintritt: € 3,00 (Mitglieder frei)

Am Freitag den 29. Februar 2008 um 19.30 Uhr haben die Rückert-Gesellschaft e.V. und das Interkulturelle Begegnungszentrum für Frauen e.V. zwei in Kennerkreisen bekannte und beliebte persische Sänger bzw. Ud-Spieler (Ud ist die persische Laute und Vorläuferin der europäischen) zur Gestaltung eines Kammerkonzerts klassisch persischer Musik eingeladen.
Arvin Mahfam, der in Abadan/Iran geborene Sänger klassisch persischer Musik, der auch die klassische Musikliteratur Europas in seinem Repertoire hat (er studierte Musik an der Universität seiner Wahlheimat Frankfurt und Gesang bei der international bekannten persischen Opernsängerin Pari Samar) wird klassisch persischen Gesang und Ud-Spiel vortragen, sein Kollege Mir Essmail Sadaghi-Assa mit Domizil in Köln wird seine persönliche Interpretation des stimmungsvollen Instruments beisteuern.
Die musikalischen Darbietungen werden umrahmt von kürzeren Texten des größten persischen Lyrikers Hafez – er hatte Goethe zu seinem „West-Östlichen Divan“ und Rückert zu seinen „Östlichen Rosen“ inspiriert –, sowie einigen Texten/Übertragungen von Friedrich Rückert, gesprochen von Svea Geske aus Weimar.
Diese Veranstaltung ist in ihrer Art eine Rarität und garantiert einen integralen Kunstgenuss der ganz besonderen Art.
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  Freitag, 16. Mai 2008, 14:00 Uhr
  Luise Rückert geb. Wiethaus-Fischer – Frau des gelehrten Dichters Friedrich Rückert

Lesung zu Rückerts 220. Geburtstag
mit Ingeborg Forssman und Prof. Dr. Bernhard Forssman (Erlangen),
organisiert von
Hans Schömburg und Franz Lauerbach


Treffpunkt: Rückertdenkmal, Schweinfurt

Eine Veranstaltung des Seniorenbüros Schweinfurt
in Zusammenarbeit mit der
Rückert-Gesellschaft e.V.
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  Sonntag, 18. Mai 2008, 7:30 Uhr
  „Dem Wandersmann gehört die Welt ...“
Von Seßlach nach Neuses bei Coburg.
Rückert-Wanderung unter der Leitung von Hans Schömburg
Treffpunkt: Theater Schweinfurt
Eine Veranstaltung des Touristenvereins Die Naturfreunde e.V.
und der
Rückert-Gesellschaft e.V.

Wie im vergangenen Jahr werden die NaturFreunde des Bezirks Unterfranken in Zusammenarbeit mit der Rückert Gesellschaft e.V. Schweinfurt auch in diesem Jahr eine Wanderung auf dem
Friedrich Rückert-Wanderw
eg durchführen.
Zur Abfahrt treffen sich die Wanderer am Sonntag, den 18. Mai um 7:30 Uhr am Theater in Schweinfurt. Der Bus bringt uns zum Wanderbeginn nach Seßlach. Die Wanderung führt uns über Krumbach, Witzmannsberg und Ahorn nach Coburg. Der Wanderweg, der dem Dichter Friedrich Rückert (1788-1866) auf den Stationen seines Lebensweges folgt, führt uns schließlich zu der 1997 eingerichteten Friedrich-Rückert-Gedenkstätte in Neuses bei Coburg.
Der 1788 in Schweinfurt geborene Dichter und Orientalist Friedrich Rückert lebte bis zu seinem Tod 1866 in diesem 1776 erbauten und unter dem Namen Nattermannshof bekannten Gutshof, den er 1838 von seinen Schwiegereltern erworben hatte. Hier entstanden nach Rückerts Pensionierung im Jahre 1848 noch zahlreiche wichtige Übersetzungen sowie das mehrere Tausend Gedichte umfassende »Liedertagebuch«. Seine Nachkommen machten u. a. das Arbeitszimmer mit Mobiliar, Büchern und Ausstattungsstücken im hinterlassenen Zustand als Erinnerungsstätte für die Öffentlichkeit zugänglich. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Gutshof findet sich auf dem alten Kirchhof die Grabstätte des Dichters. Zum Abschluß besteht noch die Möglichkeit das Dichterhäuschen auf dem Goldberg zu besuchen. Für das Mittagessen ist eine Gaststätte in Watzedorf vorgesehen, der Kaffee wird in Neuses eingenommen.

Wegen der An- und Rückfahrt mit dem Bus ist das Lösen einer Teilnehmerkarte ab 2. Mai in der Buchhandlung Collibri (am Marktplatz in Schweinfurt) oder eine verbindliche mündliche Anmeldung (bis 15. Mai) unter der Telefon Nr. 0 97 21/5 83 59 erforderlich.
Teilnehmergebühr: 15 €
Weglänge: 21 km (Teilwanderungen sind möglich!)
Wanderzeit: 5 Stunden 30 Minuten
Die NaturFreunde und die Rückert-Gesellschaft hoffen auf eine rege Beteiligung.
Auf eine erlebnisreiche Wanderung mit Euch freut sich
Ihr Wanderführer
Hans Schömburg
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Samstag, 21. Juni 2008, 10:30 Uhr
Petersgasse 3, 97421 Schweinfurt

Jahresmitgliederversammlung

Schrotturm (im Erdgeschoß)


Eine Veranstaltung der Rückert-Gesellschaft e.V.

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  Samstag, 5. Juli 2008, 20.00 Uhr
Schloß Wonfurt, Von-Seckendorff-Platz 1, 97539 Wonfurt
  „Sind alle Freudenströme der Welt versiegt?“

Schubertlieder nach Texten Friedrich Rückerts
mit
Sylvia Schwartz (Sopran) und Daniel Gortler (Klavier)

Eine Veranstaltung des Bismark'schen Salons Schloß Wonfurt
in Zusammenarbeit mit der Rückert-Gesellschaft e.V.

Eintritt 23,00 €

Zu Beginn wird das Publikum die Sonatine in a-moll Op. Posthum, D 385 mit dem Flötisten Stephane Rety, Soloflötist in Basel und Zürich, und dem Pianisten Daniel Gortler hören, gefolgt von der berühmten „Arpeggione Sonate“, aufgeführt von Yuval Gotlibovitch (Viola), dem jüngsten Professor der renommierten Musikuniversität Bloomington. Mittelpunkt dieses Konzerts stellen die gesammelten Rückert-Lieder von Franz Schubert dar. „Lachen und Weinen“, „Greisengesang“, „Daß Sie hier gewesen“, „Du bist die Ruh“ und zum Schluß „Sei mir gegrüßt“. – Lieder und Gedichte dem Literaturkenner wie dem Konzertgänger gleichermaßen als großartige Kunstwerke bekannt.
Spannend wird dieses Konzert sein, weil eine seltene Gegenüberstellung dreier Ebenen: Dichtung, Musik zur Dichtung und absoluter Musik vorgesehen ist. Das Gedicht „Sei mir gegrüßt“ von Rückert wird rezitiert, seine Liedvertonung gesungen und dann die Violinfantasie über die Melodie des Lieds „Sei mir gegrüßt“ gespielt. Dem berühmten Sohn der Stadt Schweinfurt, Friedrich Rückert, wird auf diese Weise verdiente Ehre angetan.
Mitwirken werden die renommierte Sopranistin Sylvia Schwarz, Mitglied des Ensembles der Staatsoper Berlin „Unter den Linden“ und der gefeierte israelische Pianist Daniel Gortler.
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  Samstag, 13. September 2008, 17.00 Uhr
St.-Matthäus-Kirche in Neuses, Friedrich-Rückert-Str. 45, 96450 Coburg
 

Friedrich Rückert – ein Leseabend

Vortrag mit Drs.Yussuf und Ursula Assaf (Libanon)
Eine Veranstaltung der Rückert-Gesellschaft e. V. in Zusammenarbeit
mit der Rückert-Gedenkstätte Neuses und der Kirchengemeinde St. Matthäus in Neuses


Eintritt: 3,00 € (Mitglieder 2,00 €)

Das deutsch-libanesische Ehepaar Drs. Yussuf und Ursula Assaf haben sich durch ein über 40jähriges Engagement der Vermittlung der Welten des Orients und Okzidents ausgezeichnet. In unzähligen Übersetzungen poetischer und erzählender Texte des Orients hat Dr. Ursula Assaf (Dozentin an der St. Josephs Universität in Kaslik, Libanon) einem breiten Leserkreis nicht nur das Gesamtwerk von Khalil Gibran, sondern auch arabische Märchen aus dem Morgenland, wichtige arabische Dichter und die Welt der arabischen Weisheit (zuletzt „Sterne über Wüste“ in der Reihe Herder Spektrum) nahe gebracht. Ebenso hat sie die Werke ihres Mannes Dr. Yussuf Assaf (langjähriger Mitarbeiter am Goethe-Institut in Beirut) ins Deusche übersetzt. Beide befassen sich seit ihrem Studium mit Friedrich Rückert, dessen Ansehen im Orient ungebrochen hoch ist. So haben sie für den Leseabend im Wohnmuseum in Neuses/Coburg eine Fülle von Rückert-Texten arabisch und deutsch ausgewählt, präsentieren aber auch deutsche Gedichte Rückerts, die sie erstmals ins Arabische übertragen haben - eine spannende Literaturreise durch zwei Welten, die sich gegenseitig bereichern.

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  Montag, 13. Oktober 2008, 19.30 Uhr
Kleiner Konzertsaal im Gasteig, Rosenheimer Str. 5, 81667 München
 

Ich bin der Welt abhanden gekommen
Auf der Suche nach dem Dichter Friedrich Rückert mit Wort und Musik.

Eine Veranstaltung des Kulturkreis Gasteig e. V., München
Eintritt: 20,00 € (erm. 10,00 €)

Manfred Osten
(Einführung), Christian Nickel (Rezitation) und Julija Bochkovskaja (Klavier) werden dem Münchner Publikum Vielfalt und Tiefe der Rückertschen Lyrik nahebringen.

weitere Hinweise

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  Dienstag, 11. November 2008, 19.30 Uhr
MUSEUM OTTO SCHÄFER, Judithstr. 16, 97422 Schweinfurt
 

Friedrich Rückert – Kleine Schriften zur Indologie

Vortrag mit Lesung von Beate Heß, M. A.(Nürnberg)
Eine Veranstaltung der Rückert-Gesellschaft e. V. in Zusammenarbeit
mit dem Museum Otto Schäfer und der Volkshochschule Schweinfurt


Eintritt: 3,00 € (Mitglieder 2,00 €)

Der Dichter und Philologe Friedrich Rückert (1788-1866) war nicht nur ein Sprachmeister und Übersetzungskünstler, sondern auch ein hervorragender Kenner mehrerer orientalischer Sprachen, vor allem auch des Sanskrit. Seine Nachdichtung „Nal und Damajanti“ nach dem Mahabharata (Erstdruck 1828) war ein Erfolg und trug entscheidend zu seinem Ruhm bei.
Die Ausgabe von Rückerts „Kleinen Schriften zur Indologie“ enthält alle wissenschaftlichen indologischen Veröffentlichungen Rückerts. Sie lassen sich in zwei Gruppen einteilen: auf der einen Seite sieben Besprechungen aus den Jahren 1829-1834 mit eingestreuten Übersetzungen und Inhaltsangaben; auf der anderen Seite vier philologisch untermauerte Übersetzungen aus den Jahren 1837, 1858 und 1859, darunter Jayadevas Gitagovinda – wohl die kunstvollste Übersetzung einer Sanskritdichtung ins Deutsche überhaupt.
Die Herausgeberin Beate Heß, M. A. studierte in Erlangen Indoiranistik und Indogermanistik. Sie wird Einblicke in Rückerts indologische Tätigkeit geben und ausgewählte Texte näher vorstellen.

Inhaltsverzeichnis
(pdf)

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  Freitag, 21. November 2008, 19.30 Uhr
Kulturraum Alte Kirche Schonungen
 

Der deutschen Sprache Schatz zu mehren ...

Poetischer Abend mit Hans Schömburg und Erna Rauscher-Steves
Eine Veranstaltung des Kulturkreises Schonungen in Zusammenarbeit
mit der Rückert-Gesellschaft e.V. Schweinfurt


Der Abend ist dem Dichter und Gelehrten Friedrich Rückert gewidmet und ist die vierte Veranstaltung unter dem Motto „Friedrich Rückert im Schweinfurter Oberland“.
Den ersten Teil des Abends übernimmt der Hobbyfotograf Hans Schömburg von der Schweinfurter Rückert-Gesellschaft mit dem Dia-Vortrag „Bildgedichte“, der mit dem Lebenslauf Rückerts beginnt, auf seine Studien, die familiären Verhältnisse und sein dichterisches Schaffen eingeht. Bildhaft darstellbare
Rückert-Gedichte mit stimmungsvollen Bildern ermöglichen einen unmittelbaren Zugang zur Lyrik Rückerts.
Danach folgen ausgewählte Gedichte aus dem reichen Werk Friedrich Rückerts, die Frau Erna Rauscher-Steves vortragen wird. Die Moderation des Abends übernimmt Dr. Rudolf Kreutner, Geschäftsführer der Rückert Gesellschaft und Mitarbeiter im Kulturamt Schweinfurt.

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